Samstag, 6. Oktober 2018

Kapitalismus - Fluch oder Segen?

An sich ist nichts weder gut noch schlimm; das Denken macht es erst dazu.

Hamlet II, 2. (Hamlet)

 

Geld hat kein Bewusstsein, keine Seele, Geld kann nicht sehen. Es kommt und geht, es fliesst, wie ich gerne sage. Geld tummelt sich gerne unter gleichgesinnten. Geld ist gesellig, aber Geld zieht auch weiter wenn es nicht geschätzt wird. Geld wird verflucht und geliebt.
Geld ist für mich von seiner Eigenschaft her neutral. Der Weg des Geldes ist nicht vorherbestimmt, da wo es herkommt muß es nicht bleiben. Geld kann seine Verwendung ändern, jederzeit.
Theoretisch kann ich das Geld, welches mir in Form einer Dividende zb.von Bayer gutgeschrieben wird, "zweckentfremden", und Organistaionen unterstützen, die gegen den Einsatz von Glyphosat in der Landwirtschaft vorgehen. 
Kapitalsmus in seiner heutigen Form, wird gerne als Sündenbock dargestellt. Kapitalismus ist Ausbeutung. Kapitalisten gehen über Leichen. Aber zeigt nicht gerade das obige Beispiel, dass Herkunft und Weiterverwendung des Geldes, nur in den Köpfen derer, die sich Gedanken über den Zweck des Geldes machen, Formen annimmt?

Wie soll die Kaffeebohne, die am Morgen gemahlen in unserem heißen Kaffee aufgeht, anders als über Transportwege aus Afrika oder Südamerika zu uns kommen, wenn nicht durch organisierten Kapitalismus in Form von Handelsunternehmen und deren Schiffen? Selbst die Kaffeemühle, die die Bohne zu Pulver mahlt, lange bevor es Kaffeevollautomaten gab, wurde zum Zweck des Verkaufs erfunden. Wenn auch nicht des Geräts wegen, sondern wegen deren Verwendung.
Hat der Kommunismus jemals eine brauchbare Erfindung hervorgebracht, die die Menschheit voran gebracht hat?
Beruhen nicht alle Erfindungen auf Pioniergeist und/oder dem Streben nach Profit (Anerkennung)? 
Ich fühle mich nicht reich, bin mir aber darüber im Klaren, mehr zu besitzen als 3-4 Milliarden Menschen auf dieser Welt. Ich mache mir regelmässig Gedanken über den Umgang mit Geld, über die Enstehung des Geldes, und deren richtigen Nutzung. Ich finde es ist wichtig, Geld nicht als etwas böses zu betrachten. Geld ist neutral, erst unser denken macht Geld zu dem, was unserer Verstand durch Erfahrung oder kognitive Lernprozesse darunter versteht. Ich sehe Kapitalismus nicht als allem übel dieser Welt, der Missbrauch einer Idee macht die Idee selbst nicht zu etwas schlechtem.
Das hat Shakespeare schon vor einigen hundert Jahren erkannt. Manche Dinge ändern sich nie, Sie wechslen nur Ihre Form und schlüpfen in ein neues Gewand, dem Zeitgeist angepasst. Aber die Feindbilder bleiben steht`s die gleichen. 
Und was hat das jetzt alles mit Buy&Hold zu tun?
Schade ich dem Kapitalmarkt, weil bei mir der Fluss aufhört? 
Nein. Der Anteil passiver Investoren am weltweiten Kaptialmarkt liegt bei ca. 1%. 
Schade ich den Konzernen durch meinen passiven Ansatz? 
Nein, denn die Aktie war ja vorher schon da, und ob die Aktie nun von A für 100€ an B verkauft wird oder nicht, hat keinen Einfluß auf die Geschäfte des Konzerns, der Konzern bekommt noch nichtmal etwas davon mit, wenn sich der Besitzer ändert. Die Aktie wurde ausgegeben, der Konzern hat dafür Geld eingesammelt, und der Handel danach findet ausschlieslich unter den Investoren am Kapitalmarkt statt.
Schaden könnte ich dem Konzern nur, wenn ich als Konsument keine Produkte des Konzerns kaufen würde, denn das würde den Gewinn und die Liquidität des Konzerns treffen, und mittelfristig dann auch mich, als Investor, der am Gewinn partizipieren will. 

Kommentare:

  1. Guter Kommentar, gefällt mir sehr.
    Nur in einem verschätzen Sie sich ganz gewaltig: Mit einem Depot von 74k liegt man weltweit nicht im Mittelfeld (da liegt man als deutscher Angestellter auch nicht ohne ein Depot). Sie befinden sich weltweit in den Top 10% (wahrscheinlich sogar 5%) und besitzen mehr als 7 Milliarden Menschen.

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    1. Vielen Dank für den Kommentar.
      Ich versuche mich dem Thema Vermögen und dem Aufbau von möglichst vielen Seiten zu nähern. Ich denke, Sie haben recht, ich habe meine Schätzung viel zu tief angesetzt.

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