Samstag, 23. Mai 2020

Lasst euch von den Kleinigkeiten nicht unterkriegen!

Am Abhang von Longs Peak in Colorado liegt die Ruine eines riesenhaften Baumes. Naturkundige sagen, er habe über vierhundert Jahre lang dort gestanden. Er war ein kleiner Sämling, als Kolumbus in San Salvador landete, und halbhoch, als die "Pilgerväter" Plymouth gründeten. Im Laufe seines Lebens wurde er vierzehnmal vom Blitz getroffen, und die unzähligen Lawinen und Stürme vierer Jahrhunderte donnerten über ihn hinweg.
Alles überstand er. 
Endlich aber griff ein Heer von Käfern den Riesenbaum an und fällte ihn bis zum Grunde. Die Insekten fraßen sich durch die Borke hindurch und zerstörten allmählich den Baum von innen heraus, indem sie ihn mit ihren schwachen, doch unablässigen Angriffen entkräfteten. Ein Riese der Wälder, gegen den die Jahrhunderte nichts vermocht hatten, den der Blitz nicht zerrissen, der Sturm nicht niedergeworfen hatte, ihn fällten schließlich Käfer, so klein, dass ein Mensch sie zwischen Daumen und Zeigefinger zu zerquetschen vermag.

Gleichen wir nicht allesamt diesem Riesen der Wälder. Trotzen den Gefahren des Lebens, überstehen Stürme, Krisen und Schicksalsschläge, nur um uns von den kleinen Käfern des täglichen Kummers Herz und Gemut langsam zerfressen zu lassen? Hat nicht jeder schonmal ein kleinen Gedanken im Kopf gehabt, ein Nebensatz, im Tagesverlauf eine Bagatelle, doch in ruigher Stunde entwickelt sich dieser zu einem kleinen Käfer?
Diese Geschichte stammt von Dr. Harry Emerson.
Lasst euch von den kleinen Dingen des Lebens, die wir als unwichtig betrachten und gleich beiseite schieben sollten, nicht aus der Fassung bringen. Denkt daran, dass "das Leben zu kurz ist, um klein zu sein".

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